Software und Tools für den eigenen Sender

Sender starten ·8 Min. Lesezeit

Die Werkzeugkette eines Webradios besteht aus drei Gliedern: Playout, Encoder und Streaming-Server. Wer diese drei Rollen auseinanderhält, findet schnell heraus, welche Software zum eigenen Vorhaben passt.

Die drei Rollen in der Kette

Das Playout entscheidet, welcher Titel wann läuft, blendet über und ruft Jingles auf. Der Encoder wandelt das fertige Signal in ein Streaming-Format und schickt es weg. Der Streaming-Server nimmt es entgegen und verteilt es an alle Hörer. Manche Programme decken zwei Rollen ab, manche Hoster liefern Server und Playout als Paket. Verwechselt werden die Rollen trotzdem regelmäßig, was Fehlersuche unnötig schwer macht.

Streaming-Server

Playout und Automation

Encoder für Livesendungen

Wer aus einem improvisierten Studio sendet, braucht einen schlanken Encoder. BUTT (Broadcast Using This Tool) ist die verbreitete freie Lösung und läuft auf Windows, macOS und Linux. Sie nimmt das Signal einer Soundkarte entgegen und schickt es an Icecast oder Shoutcast. Für Sendungen mit mehreren Quellen, Videobild oder Einspielern lässt sich auch OBS nutzen, wenngleich es für reines Audio überdimensioniert ist.

Formate und Bitraten

MP3 ist der kompatibelste Nenner und läuft in jeder App und jedem Autoradio mit Internetanbindung. AAC beziehungsweise HE-AAC klingt bei niedrigen Bitraten hörbar besser, wird aber nicht überall unterstützt. Viele Sender lösen das mit zwei Mountpoints: MP3 mit höherer Bitrate für Desktop und WLAN, AAC mit niedriger Bitrate für Mobilfunk. Welche Bitrate wofür sinnvoll ist, steht in Audioqualität im Webradio.

Was oft vergessen wird

Welche Kombination für wen

Für den Einstieg genügt eine gehostete Lösung mit integriertem Playout: nichts zu administrieren, alles in einer Oberfläche. Wer wächst, wechselt auf einen eigenen Server mit Icecast und AzuraCast oder Liquidsoap und behält Kosten und Kontrolle. Die Reihenfolge der Entscheidungen steht in Webradio starten: Anleitung in sieben Schritten.